Blauer Pfau (Pavo cristatus)


Abbildung 1: Pfauenhahn beim Schlagen des Federrads Foto: Christian Haberl

Das Aussehen von Männchen und Weibchen unterscheidet sich beim Blauen Pfau deutlich voneinander. Das Gefieder des Hahns ist besonders auffällig und beeindruckend. An Hals, Brust und Bauch hat er eine leuchtend blaue Farbe 1.  Über den eigentlichen Schwanzfedern liegen beim Pfauenmännchen Oberschwanzdecken. 2 Diese sind bis zu 150 cm lang und können zu einem fächerförmigen Rad geschlagen werden. Auf dem Schwanzfächer sind blau, grün und orange schimmernde „Augen“ zu sehen, die einerseits zum Imponieren vor Weibchen und andererseits zum Einschüchtern von Feinden dienen. Die Henne ist sehr unauffällig gefärbt, was ihr eine gute Tarnung im Unterholz ermöglicht. Sie hat ein grau-grünes Gefieder und besitzt im Gegensatz zum Männchen keine langen Oberschwanzdecken. Sowohl Hahn als auch Henne tragen eine Federkrone auf dem Kopf. 3 Durch die langen Schleppenfedern kann der Pfau eine Gesamtlänge von bis zu 230 cm erreichen, die Flügelspannweite beträgt zwischen 80 und 130 cm. 4

Pfauen leben in kleinen Familienverbänden zusammen, die aus einem Hahn und mehreren Hennen bestehen. Außerhalb der Brutzeiten formieren sich auch reine Weibchen- und Männchengruppen. 5 Die Balz ist beim Blauen Pfau ein ganz besonderes Schauspiel: Zunächst sucht sich jeder Hahn ein Revier, dass er gegen andere Männchen verteidigen muss. Oft liegen diese Territorien nahe beieinander, sodass die Pfauenweibchen die Fähigkeiten der Männchen gut miteinander vergleichen können. Der Hahn wartet in seinem Revier auf ein Weibchen und macht mit lauten, durchdringenden Rufen auf sich aufmerksam. Sobald ein Weibchen näher kommt, dreht er ihm den Rücken zu, schüttelt seine Flügel und lockt die Henne langsam in die Mitte der Arena. Nun dreht sich der Hahn zu ihr um, raschelt mit seiner Schleppe und schlägt dann sein prachtvolles Federrad. Das Weibchen achtet bei der Präsentation vor allem auf die Anzahl der Augenflecke auf dem Rad. Je nach Alter und Erfahrung kann ein Hahn bis zu 150 „Augen“ auf seiner Schleppe tragen.

Die Henne sucht sich nach längerem Vergleich aller Hähne fast immer denjenigen Hahn mit den meisten „Augen“ aus. 6Nach der Paarung baut die Henne ein Nest im dichten Unterholz und legt zwischen vier und acht Eier hinein. Sie bebrütet die Eier im Schnitt 30 Tage lang, bis die Küken schlüpfen. Die jungen Pfauen haben ein hellbraunes Gefieder und verstecken sich die meiste Zeit unter den Schwanzfedern des Weibchens. Die Hähne bekommen ihr buntes Gefieder im Alter von zwei bis drei Jahren, wenn sie geschlechtsreif werden. 7Aufgrund seines beeindruckenden Aussehens ist der Blaue Pfau einer der bekanntesten Vögel der Welt. Ursprünglich stammt er aus Indien. Bereits vor über 4000 Jahren wurde er nach Europa und in andere Teile der Welt gebracht, um ihn in Parkanlagen zu halten. In seiner Heimat Indien ist er der Nationalvogel und gilt als heilig. Er ist dort besonders beliebt, weil er junge Kobras frisst. Zu seiner Nahrung gehören aber auch kleine Reptilien, Insekten, Früchte und Samen. 8

Literaturverzeichnis

  • Couzens, D. (2010). Rekorde der Vogelwelt. 130 Extreme. Bern (u.a.): Haupt.


Internetquellen

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1  tiergarten-delitzsch.de/unsere-tiere/40 (abgerufen am 28.09.2014)
2 Couzens, 2010
3  tiergarten-delitzsch.de/unsere-tiere/40 (abgerufen am 28.09.2014)
4  www.zoo-leipzig.de/unsere-tiere/tier-details/tier/blauer-pfau/ (abgerufen am 28.09.2014)
www.zoo-leipzig.de/unsere-tiere/tier-details/tier/blauer-pfau/ (abgerufen am 28.09.2014)
6  Couzens, 2010
7  tiergarten-delitzsch.de/unsere-tiere/40 (abgerufen am 28.09.2014)
tiergarten-delitzsch.de/unsere-tiere/40 (abgerufen am 28.09.2014)