Kanarienvogel (Serinus canaria)


Der Kanarienvogel, der in Deutschland als Haustier gehalten wird, ist das Ergebnis Jahrhunderter langer Züchtung.

Ursprünglich stammt er vom Kanariengirlitz ab, der heute in der freien Natur noch auf den Kanarischen Inseln, den Azoren und auf Madeira vorkommt. Er bewohnt dort Gärten, Plantagen, Hecken, Waldränder und auch Gebirgsregionen. Der Körper des wilden Kanariengirlitzes hat eine grüngelbliche Grundfarbe mit dunkler Musterung. Das Weibchen ist etwas unauffälliger gezeichnet als das Männchen. Die Vögel sind für ihre hellen und lebhaften Gesänge bekannt. 1

Kanariengirlitze bauen ihr Nest gut versteckt auf eine Astgabeln in mindestens zwei Metern Höhe. Das Weibchen legt im Schnitt fünf Eier. Diese sind blassgrün gefärbt und mit bräunlichen Flecken übersät. Nach nur 13-14 Tagen schlüpfen die jungen Vögel. Schon zwei Wochen später werden sie flügge und noch eine Weile von den Eltern gefüttert. Kanariengirlitze brüten jedes Jahr zwei bis vier Mal. 2

Domestikation:
Im Jahr 1496 eroberten die Spanier die Kanarischen Inseln. Die spanischen Seefahrer brachten die Kanariengirlitze wegen ihres schönen Gesangs mit in ihre Heimat. In spanischen Klöstern wurde der Kanariengirlitz von Mönchen  gezüchtet. Fast ein Jahrhundert lang verkauften sie nur die Männchen, sodass niemand sonst die Vögel züchten konnte. Ab der Mitte des 16. Jahrhunderts waren auch Züchtungen in Italien möglich. Von dort aus verbreitete sich der Kanarienvogel auch in deutschsprachige Gegenden und wird seitdem auch hier als Haustier gehalten.

Durch die Einflüsse der Gefangenschaft und der Zucht veränderte sich der Kanarienvogel in einem relativ kurzen Zeitraum in Farbe, Gestalt und auch Wesen. Gezüchtete Kanarienvögel sind größer und kräftiger als die Wildform. Heute gibt es viele verschiedene Rassen in unterschiedlichen Farben wie zum Beispiel gelb, orange, weiß, rot, braun oder schwarz. 3

Literaturverzeichnis
Glutz von Blotzheim, U. N., & Bauer, K. M. (1993). Handbuch der Vögel Mitteleuropas (Bd. 14/II). Wiesbaden: AULA-Verlag GmbH.
Ruß, K. (1926). Der Kanarienvogel. Seine Naturgeschichte, Pflege und Zucht. Magdeburg: Creutz'sche Verlagsbuchhandlung.

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1  Glutz von Blotzheim, Urs N., Handbuch der Vögel Mitteleuropas, 14/II, S. 461
2  Ruß, Karl, Der Kanarienvogel. Seine Naturgeschichte, Pflege und Zucht, S. 14
3  Ruß, Karl, Der Kanarienvogel. Seine Naturgeschichte, Pflege und Zucht, S. 2