Hausmaus (Mus musculus)


Abbildung 6: Hausmaus
Abbildung 7: Knock-Out Mäuse

Die Hausmaus ist ein Nager, der in der Regel kleiner als 10 cm ist. Die Schwanzlänge beträgt zwischen 6 cm und 10,5 cm. Das Gewicht beträgt 10 g bis 30 g. 34 Das Fell ist gräulich bis bräunlich, jedoch auf der Bauchseite etwas heller. 35

Ursprüngliche Formen der Hausmaus sind vermutlich hauptsächlich nachtaktiv, während domestizierte Formen auch tagsüber aktiv sein können. Mäuse ernähren sich als Kulturfolger von allem, was Menschen auch essen. Zusätzlich fressen sie aber auch andere Dinge aus dem Haushalt, wie z. B. Verpackungen. In freier Wildbahn ernähren sich Mäuse von Getreide, Wurzeln, Blättern, Insekten oder gelegentlich auch von Fleisch. Für die Nahrungssuche benutzen Hausmäuse vor allem ihren gut ausgeprägten Geruchssinn. Als weiterer Sinn ist das Gehör von großer Bedeutung. Dieses ist besonders im höheren Frequenzbereich (um 40 kHz) sensibel (Zum Vergleich: Mensch: 800 Hz bis 20 kHz). Bemerkenswert ist die hohe Herzschlagfrequenz von 620 bis 780 Schlägen pro Minute. Zum Vergleich beträgt diese Frequenz beim Menschen in Ruhe 60 bis 80 Schläge pro Minute, also nur rund ein Zehntel. 36

Mäuse können über fünf Mal im Jahr Nachwuchs bekommen. Die Tragzeit beträgt 21 Tage. Die Paarungszeit ist auf die wärmeren Monate beschränkt. Ein Wurf kann dabei drei bis zwölf Junge umfassen, wird sich in der Regel aber zwischen fünf und neun Jungen bewegen. 37 Zur Ernährung der Jungen besitzt die Hausmaus 10 Zitzen. 38 Dem nackt zur Welt kommenden Nachwuchs wächst innerhalb von zehn Tagen das Fell, nach zwei Wochen öffnen sie die Augen. Der Nachwuchs ist nach 35 Tagen bereits geschlechtsreif.

Hausmäuse leben in kleinen Verbänden, die ein gemeinsames durch Duftmarken abgegrenztes Gebiet (Territorium) bewohnen. Bei zu großer Bevölkerungsdichte bleiben Weibchen unfruchtbar. 39
 
Obwohl uns Mäuse durch ihre Körpergröße unbedeutend vorkommen mögen, waren und sind diese doch für große Ernteausfälle und Übertragung von verschiedenen Krankheiten wie Typhus oder Fleckfieber verantwortlich.

Doch neben der Übertragung von Krankheiten, übernehmen sie heute wahrscheinlich eine noch größere Rolle bei der Bekämpfung von menschlichen Krankheiten. Als Labormäuse haben so gerade die Albinoformen der Hausmaus große Bedeutung erlangt. Die hohe Reproduktionsrate der Tiere und die Haltung in kleinen Gruppen bei geringem Platzbedarf haben diese Entwicklung begünstigt. Durch genetische Veränderungen wurden Mutanten erzeugt. Diese entwickeln aufgrund von Gendefekten (sog. Knock-out-Mutante, siehe Abb. 7) z. B. bestimmte Krankheiten, die denen der Menschen entsprechen. Damit wurden Mausmutanten über die reine Grundlagenforschung hinaus zum Studienobjekt in weiten Bereichen der angewandten medizinischen und pharmakologischen Forschung. Das Genom der Maus wurde 2002 entschlüsselt. Die Hausmaus wurde so neben dem Menschen zum am besten erforschten Säugetier. Als Farbmaus ist die domestizierte und auf Fellfarbe hin gezüchtete Form der Hausmaus auch Tierhaltern ein Begriff und in der Vitrine der Mäusevilla Kunterbunt der Höllohe zu sehen.

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34  GRZIMEK, 2008
35  NOWAK, 1991
36  GRZIMEK, 2008
37  NOWAK, 1991
38  GRZIMEK, 2008
39  GRZIMEK, 2008

Bildquellen:

Abb. 6: Rolf Handke_pixelio.de
Abb. 7: upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/0/04/PCWmice1.jpg