Meerschweinchen (Cavia porcellus)


Abbildung 8: Haus-Meerschweinchen

Das Meerschweinchen ist ein Nagetier, das zwischen 20 cm und  40 cm groß ist (siehe Abb. 8). Erwachsene Tiere wiegen zwischen 500 g und 1,5 kg. Meerschweinchen besitzen keinen Schwanz. An den Beinen haben sie drei Hinter- und vier Vorderzehen mit Krallen. Das Fell ist bei ursprünglichen Formen eher lang und rau, während es bei den Haustierrassen viele verschiedene Fellformen und -farben gibt.

Das Meerschweinchen ist jedem Kind als Haustier bekannt. Die ursprüngliche Wildform des Hausmeerschweinchens (Cavia porcellus) ist Cavia aperea. Es hat sein Verbreitungsgebiet ausschließlich in Südamerika in den Ländern Kolumbien, Venezuela, Brasilien und Peru. Dort bewohnen sie verschiedenste Gegenden von offenem Grasland über Sümpfe bis hin zu bergigen Regionen in Höhen von bis zu 4200 m ü. NN. 40  

Meerschweinchen leben in verlassenen Höhlen oder im hohen Gras in Gruppen von fünf bis zehn Individuen. An günstigen Standorten können es aber noch weitaus größere Kolonien sein. Meerschweinchen sind dämmerungs- und nachtaktiv.

Die normale Wurfstärke beträgt bei der wilden Form zwei bis vier Junge, kann aber bei der domestizierten Form auch bis zu 13 Jungen erreichen. Weibchen können pro Jahr maximal fünf Mal gebären.

Sie sind 68 Tage trächtig und können sich direkt nach der Geburt des Nachwuchses wieder erfolgreich paaren. Der Nachwuchs sieht bereits bei der Geburt aus wie ein kleines erwachsenes Individuum und kann nach fünf Tagen eigenständig überleben, jedoch werden sie in der Regel noch drei Wochen gesäugt. Meerschweinchen sind Nestflüchter. Weibchen sind ab einem Alter von zwei Monaten geschlechtsreif. Meerschweinchen werden bis zu 8 Jahre alt. 41

Obwohl naheliegen würde, dass Meerschweinchen als „Kuscheltiere“ domestiziert wurden, ist der Grund für die Domestikation ein anderer. Die Inkas hielten sich diese Tiere als Fleischlieferant, was die Südamerikaner auch heute noch tun. In der Forschung und Medizin werden Meerschweinchen für Studien zu Krankheiten und zur Ernährung sowie zur Entwicklung von Impfstoffen genutzt. 42

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40  GRZIMEK, 2008
41  NOWAK, 1991
42  WESTHEIDE W., 2010

Bildquelle:
Abb. 8: Jennifer Kolling_pixelio.de