Rabenkrähe (Corvus corone corone)


Die Unterarten Rabenkrähe und Nebelkrähe (Corvus corone cornix) gehören zur Art der Aaskrähe (Corvus corone). Die Rabenkrähe besitzt ein komplett schwarzes Gefieder. Auch Beine, Augen und der kräftige Schnabel sind schwarz. Bei der Nebelkrähe sind hingegen nur Kopf und Flügel schwarz, der restliche Körper ist grau gefiedert. Da sich Rabenkrähe und Nebelkrähe miteinander paaren können, gibt es auch verschiedene Mischformen. Männchen und Weibchen unterscheiden sich in der Färbung nicht voneinander. Die Männchen sind jedoch etwas größer und besitzen einen klobigeren und stumpferen Schnabel als die Weibchen. 1 Rabenkrähen werden zwischen 44 und 51 cm groß. 2

Obwohl Rabenkrähen meist schon nach dem ersten Lebensjahr geschlechtsreif werden, brüten sie im Alter von drei bis fünf Jahren das erste Mal. Nicht brutreife Krähen leben im Winter und auch während der Paarungszeit in Scharen zusammen. Manchmal bilden sich in diesen Scharen schon Paare, die dann im Frühling - zur gleichen Zeit wie noch unverpaarte Einzelvögel – den Trupp verlassen. 3 Rabenkrähen leben inzwischen zwar auch in Dörfern und Städten, kommen jedoch größtenteils in abwechslungsreichen Feld-, Wiesen- und Heckenlandschaften vor. 4 Das Nest wird auf allein stehenden Bäumen, am Waldrand oder auch auf Strommasten gebaut. Das Weibchen legt meist zwischen drei und sechs ovale, grünliche Eier mit bräunlichen Flecken. Diese werden ungefähr 18-19 Tage vom Weibchen bebrütet. Nach dem Schlüpfen bleiben die Jungvögel für 30 bis 35 Tage im Nest, bevor sie flügge werden. Danach leben sie noch eine Weile im Familienverband und werden noch für weitere vier Wochen gefüttert. 5

Aufgrund  von intensiver Agrarwirtschaft mit Gifteinsatz und zunehmend strukturärmeren Landschaften kommt es in Deutschland in den letzten Jahren zu einer Einengung des Lebensraums der Rabenkrähe. Immer mehr Rabenkrähen verlagern ihren Standort deshalb in Städte. Da sie sehr anpassungsfähig sind, können sie sich dort als Allesfresser von Aas und Müll ernähren. Zugleich sind sie vor ihren natürlichen Feinden, Fuchs und Habicht, geschützt. Aufgrund der Präsenz der Rabenkrähe in den Städten wird der Eindruck vermittelt, dass sich ihr Bestand mit rascher Geschwindigkeit vermehrt und sie wird als Plage empfunden. Wissenschaftliche Erhebungen ergaben, dass die Gesamtpopulation von Rabenvögeln in Mitteleuropa über mehrere Jahre konstant geblieben ist. Dennoch werden allein in Bayern jedes Jahr 41 000 Rabenkrähen abgeschossen.

Literaturverzeichnis

  • Glutz von Blotzheim, U. N., & Bauer, K. M. (1993). Handbuch der Vögel Mitteleuropas (Bd. 13/III). Wiesbaden: AULA-Verlag GmbH.
  • Haag, H. (2012). Was fliegt denn da? Stuttgart: Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co KG.
  • Lanz, U., Galz, S., & Schneider, A. Rabenvögel - ungeliebte Singvögel. (LBV, Hrsg.)

 

_______________________

1  Glutz von Blotzheim & Bauer, 1993
2  Haag, 2012
3  Glutz von Blotzheim & Bauer, 1993
4  Haag, 2012
Glutz von Blotzheim & Bauer, 1993
6  Lanz, Galz & Schneider