Europäisches Reh (Capreolus capreolus)


Abbildung 23: Rehbock

Das Europäische Reh ist nahezu über gesamt Eurasien verbreitet und bevorzugt dort lichte Wälder als Lebensraum. 92 Es ist die am häufigsten vorkommende Hirschart in Deutschland.

Die Körperlänge des Rehs beträgt zwischen 95 cm und 1,35 m. Es ist damit die kleinste Hirschart. Rehe haben eine Schwanzlänge von 2 cm bis 4 cm. Die Schulterhöhe liegt zwi-schen 65 cm und 77,5 cm. Erwachsene Tiere wiegen zwischen 15 kg und 30 kg. Die Fellfarbe variiert über das Jahr. Das Sommerfell ist rotbraun, die Ohren eher schwarz und der Bauch heller. Das Winterfell hingegen ist dunkelbraun mit einem weißen Fleck an der Kehle. Das Geweih des Rehbocks ist 23 cm lang und hat nicht mehr als 3 Zacken (siehe Abb. 23). Es wird bereits im März oder April gefegt. 93 In freier Wildbahn werden Rehe 10 bis 12 Jahre alt. 94

Nur im Hochsommer leben Rehe gemischtgeschlechtlich in kleineren Verbänden zusam-men. Das restliche Jahr über lebt die Ricke - im Gegensatz zu anderen Hirscharten - nur mit ihrem eigenen Nachwuchs zusammen. Rehe verlassen ihre Verstecke morgens und abends, um auf offenen Feldern und Wiesen zu grasen. Wenn Rehe erschreckt werden, bellen sie wie Hunde. 95

Abbildung 24: Hexenkreis

Rehböcke treiben in der Brunftzeit die Ricken oft in Kreisen. Die dabei entstandenen ringförmigen Spuren im Gras werden auch Hexenkreise genannt (siehe Abb. 24). Die Paarungszeit findet im Juli und August statt. Schließlich werden im März oder Juni ein bis zwei Kitze geboren. Die Kitze haben drei Reihen weißer Punkte auf der Seite. Die lange Tragzeit rührt daher, dass es eine Entwicklungspause des Embryos über die Wintermonate gibt. Diese Pause gibt es nur bei Rehen. Bei Zwillingsgeburten wird der Nachwuchs nicht an derselben Stelle, sondern in Entfernungen von 10 bis 20 Metern abgelegt. Mit einem Jahr und vier Monaten ist der Nachwuchs geschlechtsreif. 96
 
Aufgrund des Fehlens von natürlichen Feinden wie Wolf oder Luchs und zum Eindämmen von Verbissschäden in Wirtschaftswäldern, muss das Reh gejagt werden. Jährlich werden 1 Mio. Rehe erlegt 97, davon 300000 in Bayern. 98

Die Rehe, die in der Höllohe leben, sind nur sehr selten zu sehen, weil sie scheu sind und sich meist sehr gut in ihrem großen Gehege verstecken.

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92  WALKER, 1975
93  STORCH & WELSCH, 2004
94  WALKER, 1975
95  WALKER, 1975
96  WALKER, 1975
97  STORCH & WELSCH, 2004
98  Landesjagdverband Bayern e. V., 2012

Bildquellen:
Abb. 23: Ulrich Velten_pixelio.de
Abb. 24: www.ljn.de/jaegerschaften/verden/ueber_uns/aktuelles/news_artikel/
ws]=13908&tx_ttnews[backPid]=3031&cHash=7adcaf2b0d