Hausschaf (Ovis ammon aries)


Abbildung 15: Schaf

Das Schaf ist ein vom Menschen domestiziertes Tier (siehe Abb. 15). Für dieses heute weltweit verbreitete Tier wird auf die Angabe eines Verbreitungsgebietes verzichtet, da die Vorkommen von Schafen komplett künstlich herbeigeführt wurden und keine Hausschafe wild, d. h. ohne die Nutzung durch den Menschen, leben.

Die Größe der Hausschafe unterscheidet sich nur unwesentlich von der der Mufflons und ist abhängig von der Rasse. In der Regel sind Hausschafe jedoch etwas kleiner. Schafe erreichen ein Alter von 15 bis 20 Jahren. Kein Wildschaf außer dem Mufflon hat ein vergleichbar wolliges Fell wie die domestizierten Formen. Aber auch das Mufflon trägt nur im Winter diese dichte Form des Fells. Es wird berichtet, dass domestizierte Tiere nach Auswilderung ebenfalls ihr typisches Fell wieder verlieren. 70 Wie bei den Hausziegen, haben auch bei den Schafen die Weibchen Hörner. Diese sind jedoch viel kürzer als die der Männchen.

Schafe fressen in erster Linie Gräser, junge Pflanzen und Blätter. Die Paarung von Schafen findet im Spätherbst bis frühen Winter statt. Schafe bringen nach einer Tragzeit von 150 bis 180 Tagen zwischen ein und drei Junge zur Welt. Der Nachwuchs wird nach zweieinhalb bis dreieinhalb Jahren geschlechtsreif. 71

Wilde Schafe der Art Ovis aries wurden nie entdeckt, weshalb angenommen wird, dass mehrere heute lebende Arten der Gattung an der Entstehung des Hausschafes beteiligt waren. Als eine dieser Arten wird das Mufflon angenommen, worauf die Ähnlichkeit des Fells schließen lässt. Die ersten domestizierten Schafe hat es bereits vor 11000 Jahren im Nordirak gegeben. Zur damaligen Zeit wurden Schafe nicht wegen ihres Fells, sondern als Fleischproduzent domestiziert. Wollschafe können erst vor 6000 Jahren nachgewiesen werden und tragen auf Zeichnungen und Reliefs meist Mufflonhörner. 72

In der Höllohe leben insgesamt vier Schafrassen. Diese sind das Waldschaf, die Skudde, das Merinoschaf und die Heidschnucke.
Auch für Nutztierrassen gibt es eine bundesweit geführte Rote Liste der „Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Nutztierrassen e. V. (GEH)“. Diese unterscheidet sich von der zitierten „IUCN Red List“ darin, dass nur deutsche Haus- und Nutztierrassen in ihrem Bestand untersucht und gelistet werden. Durch die Züchtung vieler, an bestimmte Standorte angepasste, Rassen, wurde genetische Variabilität und Vielfalt gewahrt. In der modernen Landwirtschaft werden jedoch nur noch ganz bestimmte Hochleistungsrassen für die Nahrungsmittelproduktion genutzt. Die übrigen Rassen können deshalb in ihrem Bestand genauso gefährdet sein, wie dies für Wildtiere gilt. Auch wenn das Bestehen von Nutztierrassen erst durch Menschen mit Hilfe der Züchtung möglich gemacht wurde, so sieht die Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Nutztierrassen e. V. diese Tiere als Teil der ökologischen Vielfalt und erachtet diese deshalb als schützenswert.

Laut der Liste von 2011 sind die Bestände des Waldschafes stark gefährdet und die Bestände von Merinoschaf und Skudde gefährdet. Konkret bedeutet das, dass es von diesen Rassen weniger oder deutlich weniger als 1500 Tiere gibt. 73  

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70  WALKER, 1975
71  WALKER, 1975
72  BRENTJES, 1965
73  FELDMANN, 2012

Bildquelle:
Foto: Christian Haberl