Wildschwein (Sus scrofa)


Abbildung 10: Frischlinge

Das Wildschwein ist in Europa, Asien, Nordafrika sowie auf den Inseln Japan und Malaysia verbreitet.

Die Kopf-Rumpf-Länge beträgt bis zu 1,8 m, die Schwanzlänge bis zu 30 cm. Männliche Wildschweine wiegen bis zu 200 kg, weibliche bis ca. 150 kg. Die Fellfarbe ist dunkelgrau, schwarz oder braun und variiert zwischen Winter- und Sommerfell.

Der Nachwuchs der Wildschweine, der Frischling, ist gestreift. Die hellen Streifen verlaufen längs vom Hals entlang des Rückens bis zum Schwanz (siehe Abb. 10). Wildschweine besitzen in jeder Kieferhälfte zwei kontinuierlich wachsende Fangzähne. 52

Wildschweine sind abends und am frühen Morgen am aktivsten. Sie bilden Rotten von 6 bis 50 Tieren. Sie wandern weite Strecken zur Nahrungssuche und fressen Wurzeln, Nüsse, Getreide und Pflanzen, aber auch Insektenlarven oder Aas. Wildschweine sind keine Wiederkäuer, sondern Allesfresser und besitzen einen einhöhligen Magen. 53

Nach einer Tragzeit von 100 bis 140 Tagen bringt die Bache drei bis zwölf Frischlinge zur Welt, durchschnittlich aber zwischen vier und acht. Die Jungtiere bleiben nicht länger als ein Jahr bei der Mutter. Wildschweine sind mit 1,5 Jahren geschlechtsreif. Eber können sich aber erst mit ungefähr fünf Jahren paaren, wenn sie stark genug sind, um sich gegen andere Männchen durchzusetzen. 54 Wildschweine werden durchschnittlich 15 bis 20 Jahre alt. 55

Wildschweine werden seit Jahrhunderten als Fleischlieferant, zum Sport oder aufgrund verursachter Ernteschäden gejagt. Von 1965-75 gab es einen enormen Anstieg der Wildschweinpopulation in Europa, der aber eingedämmt werden konnte. 56
 
Wildschweine können sehr schnell laufen, sind aber auch gute Schwimmer. Wildschweine suhlen sich gerne im Matsch. 57

Abbildung 11: Wildschwein
Abbildung 12: Hausschwein

Auf diese Weise können sie sich an heißen Tagen abkühlen und schützen sich gleichzeitig vor Parasiten und Stechmücken.

Die Domestikation der Wildschweine fand vermutlich um 4900 v. Chr. in China statt. Erste Versuche wurden vermutlich aber schon um 10000 v. Chr. in Thailand unternommen. 58 Die Vorteile der Wildschweine gegenüber anderen domestizierten Paarhufern bestehen in der schnelleren Geschlechtsreife und der hohen Nachkommenschaft. Heute ist die domestizierte Form des Wildschweins, das Hausschwein (siehe Abb. 12), der bedeutendste Fleischlieferant. In Deutschland werden rund 27,4 Mio. Schweine gehalten 59  und jährlich knapp 60 Mio. Schweine geschlachtet. 60

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51  WALKER, 1975
52  WALKER, 1975
53  WESTHEIDE W., 2010
54  NOWAK, 1991
55  WALKER, 1975
56  NOWAK, 1991
57  WALKER, 1975
58  NOWAK, 1991
59  Deutscher Landwirtschaftsverlag, 2012
60  HARSTICK, 2012

Bildquellen:
Abbildung 10: Frischlinge
Foto: Helmut J. Salzer_pixelio.de

Abbildung 11: Wildschwein
Foto: Lisa Meier

Abbildung 12: Hausschwein
Foto: Christian Haberl